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Geschichte
Geschichte des Karate
Chojun Miyagi

Karate heute

Die Gründung in Lüdinghausen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Geschichte des Karate
 

 

Der Ursprung des Karate, wie wir es heute kennen, liegt auf der Pazifik-Insel Okinawa („Ein Tau im offenen Meer“). Günstig gelegen für den ostasiatischen Seehandel, wurde Okinawa 1372 n. Chr. unter König Sato den chinesischen Ming-Kaisern tributpflichtig. Seitdem besuchten chinesische Gesandtschaften regelmäßig die Insel und machten dabei wohl auch die Kampfkünste ihrer Heimat (chin. Quanfa, jap. Kempo) bekannt. In den folgenden Jahrhunderten entstanden unter verschiedensten Einflüssen die Verfahren des Okinawa-Te („Hand“ oder „Technik von Okinawa“). 1609 n. Chr. eroberte der japanische Satsuma-Clan das Inselreich und machte es nun auch dem nördlichen Nachbarn Untertan. Hier begann allmählich eine Systematisierung und Verschmelzung der verschiedenen Techniken des Te (vor allem in den Städten Shuri, Tomari sowie Naha), die zunächst hauptsächlich innerhalb der Adelsfamilien unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit geübt wurden. Die mehr als 300-jährige Besatzung förderte ungewollt die Entwicklung der Kampfkünste.

1905 trat das Karate aus der Geheimhaltung an die Öffentlichkeit: Anko Itosu, mittlerweile 75 Jahre alt, schuf die Pinan-Kata, die an den Schulen Okinawas zur Körperertüchtigung eingeführt wurden. Die weltweite Verbreitung des Karate nahm in Japan ihren Anfang, wohin zahlreiche Meister von Okinawa reisten, um ihre Kunst einem breiteren Publikum vor zu stellen. Der japanischen Öffentlichkeit wurde Karate erstmals im Jahre 1922 demonstriert. Gichin Funakoshi, der in jenen Tagen Professor an der Pädagogischen Hochschule von Okinawa war, erhielt eine Einladung zu einer Vorlesung und Demonstration anlässlich einer Veranstaltung mit japanischen Kampfkünsten durch das Erziehungsministerium. Seine Darbietung beeindruckte die Zuschauer so stark, dass er mit zahlreichen Bitten bedrängt wurde, in Tokio zu unterrichten. Und so lehrte Funakoshi, statt nach Okinawa zurückzukehren, an der Keio-Universität. 1936 gründete er sein berühmtes Shotokan-Dojo; acht Jahre zuvor hatte sich bereits Kenwa Mabuni, der Gründer des Shito-Ryu, in Osaka nieder gelassen, und 1935 gründete man an der Ritsumeikan-Universität in Kyoto nach dem Besuch von Chojun Miyagi erstmals einen Karateclub.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann sich die  heute gängige Übersetzung „leere Hand“ oder „leere Hände“ für die Kunst des Karate zu etablieren. Meister Chomo Hanagi verwandte sie 1906 erstmals in einem Buch. Aufgrund ihrer chinesischen Herkunft waren lange die Schriftzeichen in Gebrauch, die wörtlich "chinesische Hand" bedeuteten, manchmal nannte man Karate auch „Bushi-Te“ (Krieger-Hand) oder schlicht „Te“ (Hand). Warum einige Meister eine Reformierung der Schreibweise anstrebten, mag das Beispiel Gichin Funakoshis erläutern: Er änderte die Schriftzeichen in der Weise, dass sie nunmehr - bei gleicher Aussprache - „leere Hand“ bedeuteten. Er wählte diese Bedeutung bewusst wegen ihres Sinngehaltes in der zen-buddhistische Philosophie. Für den Meister war Karate eine Kampfkunst, gleichzeitig aber auch ein Weg („Do“), den Charakter zu formen. Er schrieb: „So, wie die blanke Oberfläche eines Spiegels alles wiedergibt, was vor ihm steht, und wie ein stilles Tal selbst den schwächsten Laut weiterträgt, soll der Karateschüler sein Inneres leer machen von Selbstsucht und Boshaftigkeit, um in allem, was ihm begegnen könnte, angemessen zu handeln. Das ist mit „kara“ oder „leer“ im Karate gemeint.“.